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Hofgut Langenau

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Hofgut Langenau (Postkarte aus den 1950er-Jahren)




Achenbach Buschhütten (Gemälde Jakob Scheiner)

Die Ersterwähnung des Hofguts Langenau als Adelssitz fällt in das Jahr 1340. 1452 erhielten der Hofmeister Ewert von Wischelund Daem von Seelbach-Lohe die Erlaubnis vom Grafen Johann IV von Nassaudas Recht, eine Eisenhütte zu bauen, die als „Buschhüttener Eisenhammer“ die Entwicklung der Region entscheidend bestimmt hat.

Ab 1764 diente es u.a. als Versammlungsort der Glaubensgemeinschaft der Mennoniten. Johannes Heinemann, der 1771 durch Einheirat zum mennonitischen Glauben übergetreten war, war Begründer der Familiendynastie Heinemann, die das Hofgut Langenau nahezu 200 Jahre bewohnte. Deshalb spricht man noch heute von „Heinemanns Ecke“.

Das Hofgut Langenau, im heutigen Kreuztaler Stadtteil Buschhütten gelegen, ist ein Burghaus mit einem wehrhaften Unterbau mit bis zu 2 m dicken Mauern und einem leichten Fachwerkoberbau. Nach dem Adelgeschlechts derer von Seelbach-Lohe waren ab 1461 die Junker von Wischel die Eigentümer. Nach der Überschreibung auf die Tochter des letzten von Wischel (1648) kam es ab etwa 1667 zu jahrzehntelangen teils sehr gewalttätigen Erbauseinandersetzungen, bis 1746 Wilhelm Carl Henrich Friso Prinz von Oranien, Fürst zu Nassau das Hofgut ersteigerte. Nach nur drei Jahren veräußerte dieser es an den Staat - das Hofgut war staatliche Domäne und wurde verpachtet. 1764 pachtete den Schweizer Mennonit Johann Georg Dörr das Gut und macht es durch den Ausbau eines großen Saales im Obergeschoss zu einem mennonitischen Versammlungszentrum (die Mennoniten sind eine Glaubensgemeinschaft, die von den großen christlichen Kirchen nicht anerkannt wurde und vielerorts unter Verfolgung litt).

Als der preußische Fiskus das Gut am 14.10.1821 zum Verkauf freigibt, erwirbt es Andreas Heinemann, der Sohn von Johannes für 9950 „thaler preußische Courrant". Der letzte in der langen Reihe der Heinemanns, der das Hofgut bewohnte, war Waldemar Heinemann. Er entschied sich 1966 zum Verkauf des Gutes an Dr. Barten, den Inhaber der Fa. Achenbach Buschhütten. Damit schloss sich gewissermaßen der Kreis: die Firma Achenbach ist Nachfolgerin des 1452 von Ewert von Wischel gegründeten Eisenhammers.

Das Gebäude ist ein Baudenkmal der Stadt kreuztal. Unter Denkmalschutz stehen das gewölbte Kellergeschoss und die historische Substanz der Fachwerkwände (ohne Fensterdetails, Verkleidungen, Türformen, etc.) des hauptgebäudes und der ehemalige Backes auf der Hofstelle.

Besichtigung: das Gebäude kann nur von außen besichtigt werden.

Literatur: Ortschronik von Buschhütten, Langenau und Bottenbach, Arbeitskreis Ortsgeschichte Buschhütten, 2002

Foto: Das Hofgut Langenau auf einer Postkarte aus den 1950-er Jahren
Abbildung: Der Buschhüttener Eisenhammer im 19. Jh nach einer Lithographie von Jakob Scheiner

Adresse

Hofgut Langenau

Langenauer Straße 34

57223 Kreuztal Buschhütten

Homepage

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